Was für ein Schnäppchen

… oder warum Alaska auf jeden Fall ein Gewinn war.

Das Wiedererwachen der Natur im Frühling wurde letzte Woche ausführlich thematisiert. Aber man kann noch ein weiteres Phänomen in dieser Jahreszeit beobachten. Überall in den Geschäften schießen Schilder in auffälligen Farben und mit Prozentzeichen versehen wie Unkraut aus dem Boden. SALE%!!! Und seien wir mal ehrlich, wer sieht es nicht gerne, wenn genau neben dem Artikel unserer Wahl so ein Schild auftaucht. Egal ob Pullover, Schuhe oder Sportgerät, wir freuen uns über jedes Schnäppchen, dass wir ergattern können.
Doch solche Preisschnäppchen sind keineswegs ein Phänomen des Einzelhandels. Heute geht es um ein ganz besonders großes Schnäppchen, dass die USA im Jahr 1867 machen konnten.

Wie vielleicht bekannt sein dürfte, waren die USA vor ihrer Gründung britische Kolonien, die sich seit den 1760er Jahren immer mehr von ihrem Mutterland entfremdeten. Dadurch wurde eine Unabhängigkeitsbewegung ins Leben gerufen. Einer der Gründe für die Unzufriedenheit waren die hohen Steuern und Zölle, die Großbritannien ihren 13 Kolonien aufbürdete, da das Empire unter der Herrschaft von König Georg III. im Siebenjährigen Krieg (1756-1763) auch finanzielle Verluste erlitten hatte. Das führte zu Protesten und Ausbrüchen von Gewalt.

Die Ausdehnung der Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Unabhängigekeitskrieg (dtv Atlas Weltgeschichte, Bd. 2, 2004; S. 292)

Die Ausdehnung der Vereinigten Staaten von Amerika nach dem Unabhängigekeitskrieg (dtv Atlas Weltgeschichte, Bd. 2, 2004; S. 292)

Eine der bekanntesten Aktionen gegen das Steuer- und Zollwesen Großbritanniens ist die Boston Tea Party im Jahr 1773. Immer mehr Stimmen wurden laut, die die Trennung der Kolonien vom Mutterland verlangten. Zwei Jahre später ließ Georg III. seine Untertanen in Übersee bereits zu Rebellen erklären. Das konnte nur in den Krieg führen. Seit 1776 besaßen die Kolonien eine eigene Flagge und am 4. Juli dieses Jahres kam es zur Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika. Der Unabhängigkeitskrieg dauerte noch bis 1781 an und endete mit der Anerkennung der Souveränität der USA im Jahr 1783. In den folgenden Jahren kamen es zu zahlreichen Erweiterung der noch jungen USA wie z.B. Kentucky 1792, Louisiana 1812 oder Alabama 1819.
Nach diesem kurzen Ausflug in die Gründungsgeschichte der USA kommen wir zu einer der interessantesten Gebietserweiterungen der USA bzw. zu dem enorm großen Schnäppchen des Jahres 1867. Russland befand sich damals in finanziellen Schwierigkeiten. Ein Staat, der kein Geld mehr zur Verfügung hat – für uns heutzutage echt nichts neues mehr. Damals gehörte das Gebiet von Alaska noch zum russischen Reich. Zar Alexander II. beschloss diesen Teil seines Herrschaftsgebietes an die USA zu verkaufen, um die Finanzen wieder aufzubessern. Vor allem der damalige US-amerikanische Außenminister William H. Seward war an Alaska höchst interessiert.

Die Expansion der USA nach dem Kauf von Alaska 1867 (dtv Atlas Weltgeschichte, Bd. 2, 2004; S. 394)

Die Expansion der USA nach dem Kauf von Alaska 1867 (dtv Atlas Weltgeschichte, Bd. 2, 2004; S. 394)

Auf sein Betreiben hin schlossen die USA mit Russland am 30. März 1867, also genau heute vor 147 Jahren, den Kaufvertrag ab. Der Preis: 7,2 Mio. Dollar!!! Anfangs gab es noch heftigen Gegenwind für Seward und den Kauf des eher spärlich besiedelten Alaskas. Die Kritiker des so genannten „Alaska-Purchase“ konnten sich nicht durchsetzen, denn die Befürworter argumentierten vor allem mit der natürlichen Beschaffenheit sowie den Ressourcen, die in den Tiefen Alaskas schlummerten. Und das zu Recht, denn kurze Zeit später wurde Gold in Alaska entdeckt. Beispielsweise brachten Pelzhandel und Goldfunde allein im Jahr 1913 den USA einen Gewinn von 81 Mio. Dollar ein. Aus diesem Grund kann man den Kauf von Alaska als absolutes Schnäppchen bezeichnen. Mittlerweile wurde Alaska auch von den Medien entdeckt, was in den letzten Jahren anhand der ansteigenden Zahl von Survival-Shows im nördlichsten Bundesstaat der USA und Serien über alaskanische Goldgräber deutlich wird.

Morgen findet traditionsgemäß am letzten Montag im März ein Feiertag in Alaska– der Alaska Day – anlässlich des Ankaufs durch die USA statt. In Österreich geht’s wieder zurück an die Arbeit. Nächstes Mal stehen dann ganz besondere Haustiere im Mittelpunkt des Interesses.

Heutzutage kennen die Leute von allem den Preis und von nichts den Wert. (Oscar Wilde)

 

0 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Jö, da haben sie wirklich ein fettes Schnäppchen gemacht. Und jetzt ruinieren sie alles mit Öl…

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.