Russische Eier deluxe

… oder wie teuer ein Osterei werden kann.

Wie jedes Jahr zu Ostern finden wir die unterschiedlichsten Arten von Eiern in unseren mehr oder weniger liebevoll gestalteten Osternestern wieder. Einfärbige Eier, aufwendig gemusterte Eier, Schokoeier mit oder ohne Füllung, Marzipan-Eier und wer weiß was noch. Weder die eigene Kreativität noch der Handel setzen uns an dieser Stelle Grenzen.
Ostereier der ganz besonders luxuriösen Art findet man Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts in Russland. Die Rede ist von den sogenannten „Fabergé Eier“. Zum Eierpecken sind diese Ostereier allerdings gänzlich ungeeignet.

Das Madonnenlilien-Ei von Fabergé

Das Madonnenlilien-Ei von Fabergé

Benannt sind sie nach Carl Peter Fabergé, der als Goldschmied und Juwelier in St. Petersburg arbeitete. Unter anderem war Fabergé auch als Restaurator in der Eremitage angestellt. Im Jahr 1885 gab Zar Alexander III. Fabergé den Auftrag ein ganz besonders kostbares Osterei für seine Gattin anzufertigen. Es besteht aus Mehrfarbengold, Rubinen sowie Emaille und wird „Hennen-Ei“ genannt. Mehr Luxus und Dekadenz ist kaum zu schaffen, sollte man meinen. Doch Fabergé belehrt uns eines besseren und der Künstler übertraf sich bei jedem seiner äußerst filigranen und detailgetreuen Meisterwerke immer wieder aufs Neue. Jedes Jahr kam so ein weiteres Fabergé-Ei hinzu, bis Alexander III. 1895 starb. Zar Nikolaus II., sein Sohn, brach nicht mit dieser Tradition und schenkte sowohl seiner Gattin als auch seiner Mutter jedes Jahr eines dieser immer kostbarer werdenden Eier.

Das Winter-Ei von Fabergé

Das Winter-Ei von Fabergé

Immer kostbarere Materialien wurden in den Eiern verarbeitet und damit stieg auch der Preis. Das teuerste Fabergé-Ei in seiner Herstellung ist das sogenannten „Winter-Ei“ mit ca. 24.000 Rubel. Bei einer Versteierung im Auktionshaus Christie’s erreichte das Winter-Ei eine Rekordverkaufssumme von unvorstellbaren 8,7 Mio Dollar.
Doch nicht nur die Zarenfamilie ließ sich ihre Ostereier von Fabergé anfertigen. Auch reiche Geschäftsleute stellten ihren Wohlstand zur Schau, in dem sie ein Fabergé-Ei ihr Eigen nennen konnten. Im Jahr 1917 kam die Revolution über Russland inklusive dem Sturz von Zar Nikolaus II. und damit auch das Ende der Fabergé-Eier und der ganzen dekadenten Schenkerei zu Ostern.

Ei zum 300. Jubiläum der Romanow-Zarendynastie von Fabergé

Ei zum 300. Jubiläum der Romanow-Zarendynastie von Fabergé

Heute sind die kostbaren Eier über die ganze Welt verteilt und werden von den USA über England bis hin zu Monaco in Museen von Menschen bestaunt. Die Fabergé-Eier hatten auch schon ihre Auftritte in verschiedenen Filmen wie z.B. James Bond – Octopussy oder Ocean’s 12. Wer gerne einmal eines dieser Luxuseier persönlich in Augenschein nehmen möchte, der sollte sich schleunigst ins Kunsthistorische Museum nach Wien begeben. Dort läuft derzeit noch kurze Zeit eine Ausstellung mit den kostbaren Eiern von Fabergé. Mehr über den Goldschmied und Künstler erfährt man bei einem Besuch im Fabergé Museum in Baden-Baden.

 

In diesem Sinn wünsche ich euch Frohe Ostern. Im nächsten Beitrag steht ein berühmtes Gemälde im Mittelpunkt. Sowohl die Zerstörungskraft des Krieges, aber auch das Leid der Bevölkerung wurden dabei für immer auf Leinwand festgehalten.

„Am reichsten ist der, der am wenigsten braucht.“ (Marcus Lucius Annaeus Seneca)

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