Christus unter uns

… oder wo Glaube sehr tief gehen kann.

Gott ist überall. Diesen Spruch kennt fast ein jeder von uns. Vor kurzem sah ich ein Bild, das mir diese Worte deutlich vor Augen führte. Heute geht es um eine plastische Darstellung von Christus. Gerade im Christentum bzw. im Katholizismus ist es üblich Statue von Jesus Christus, der Gottesmutter Maria sowie sämtlichen Aposteln und der unzähligen Heiligen anzufertigen. Eine der bekanntesten Statuen von Christus kennt – vor allem nach der Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien – jeder: „Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro. Das bedeutet übersetzt nichts anderes als „Christus der Erlöser“.

Die Statue "Cristo Redentor" in Rio de Janeiro (Quelle: pixabay.com)

Die Statue „Cristo Redentor“ in Rio de Janeiro (Quelle: pixabay.com)

Aber diese berühmte Statue soll heute nicht das Thema sein. Vor kurzem wurde ich auf eine andere figürliche Darstellung von Christus aufmerksam. Fasziniert hat mich vor allem der Ort, an dem sie steht. Die Rede ist von „Il Cristo degli Abissi“. Für alle, die des Italienischen nicht mächtig sind: Auf Deutsch würde man „Christus der Abgründe“ dazu sagen.

Die Abteil San Fruttuoso (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_von_San_Fruttuoso)

Die Abteil San Fruttuoso (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Abtei_von_San_Fruttuoso)

Diese ungefähr 2,5 m hohe Bronzestatue findet man nicht auf dem Festland, sondern sie ist ca. 15 Meter tief im Meer versenkt. Genauer gesagt im Mittelmeer in der Bucht vor der Abtei San Fruttuoso in Ligurien (Italien). Die Idee stammte von Duilio Mercante und der Bildhauer und Künstler Guido Galletti schuf die Statue. Doch warum versenkt man eine Statue von Christus im Meer. 1947 verunglückte in diesem Teil des Meeres der italienische Taucher Dario Gonzatti tödlich. Im Andenken an ihn wurde eine Bronzestatue gegossen und am 22.8.1954 in den Tiefen des Meeres versenkt. Christus wird mit erhobenem Kopf und zum Himmel gestreckten Händen dargestellt. Allerdings musste man Christus im Jahr 2003 wieder aus den Fluten heben lassen, weil Algen und diverse Krustentiere auf ihm eine neue Heimat gefunden hatten. Weiters wurde der Statue von einem Anker eine Hand ambutiert. Nach erfolgreicher Restauration ging es für Christus dann 2004 wieder hinunter in den Abgrund.

Statue "Cristo degli Abissi" (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Cristo_degli_abissi)

Statue „Cristo degli Abissi“ (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Cristo_degli_abissi)

Weltweit gibt es noch zwei weitere Statuen dieser Art. In St. Georges auf der Insel Grenada wurde im Jahr 1961 ebenfalls eine Christusfigur in die Tiefen des Meeres platziert. Auch in diesem Fall soll einem beinahe tragisch endenden Ereignis gedacht werden. Auf dem, im Hafen von St. Georges liegenden, italienischen Passagierschiff Bianca C brach ein Feuer aus. Dank der hiesigen Rettungskräfte konnten die an Bord befindlichen Personen gerettet werden. Die Statue wurde von der Stadt Genua gestiftet.

Die zweite Statue gleicher Form können Taucher bei Dry Rocks in der Nähe der Stadt Key Largo, Florida besichtigen. Dort wurde die Christusfigur – die stolze 260 kg auf die Wagge bringt – in einer Tiefe von ca. 7,5 m versenkt. Im Jahr 1962 erhielt die Underwater Society of America die Bronzestatue als Geschenk.

Also falls einmal ein Tauchausflug in eines der drei oben genannten Gewässer geplant ist, nicht erschrecken, wenn plötzlich Christus in Überlebensgroße erscheint. Das ist keine Sinnestäuschung aufgrund von Sauerstoffmangel.

Doch tauchen wir wieder aus den Tiefen des Meeres zum Luft schnappen an die Wasseroberfläche. In der nächsten Woche treffen wir eine Kaiserin, die manchmal auch den Titel eines „Kaisers“ trug.

„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mätt. 18,20)

 

0 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. hm, die Idee find ich nett.. aber das mit dem extra wieder raufholen fürs Reinigen? Ich weiss nicht..

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.