CITES

… oder was das Goldene Löwenäffchen mit einer Orchidee gemeinsam hat.

Jeder von uns hat ein Lieblingstier. Für manche sind es gängige Haustiere wie Hund, Katze oder Kaninchen. Andere finden wiederum Tiere, die man nur in freier Wildbahn antrifft, faszinierend. Vor allem elegante Großkatzen, clevere Affen sowie majestetische Greifvögel werden dann genannt. Ein paar unter uns können sich für Geschöpfe wie Haie, Taranteln oder Nacktmuls begeistern. Also Tiere, die bei vielen von uns Ekel oder Angst auslösen. Aber um fair zu bleiben, jedes Lebewesen hat seine Berechtigung auf der Erde zu sein. Und das sage ich als bekennende arachnophobe Person. Letzte Woche habe ich über einige Sintflutmythen berichtet, in denen Tiere paarweise vor den Wassermassen gerettet wurden. Ein paar wenige Kulturen schienen auch den Pflanzen viel Bedeutung zuzumessen und so fanden auch diese Einlass auf den mythischen Archen.

Leider muss man sagen, dass sich die Menschheit in der Vergangenheit nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, was den Schutz von Tieren betrifft. Einige wurden wegen ihrer Felle gejagt, für ihre Stoßzähne aus Elfenbein niedergeschossen oder aufgrund ihrer Flossen verstümmelt und getötet. Manche Geschöpfe wurden sogar komplett ausgerottet, bei einigen Arten besteht noch Hoffnung, dass sich die Population wieder steigert. Ein bedeutender Schritt im Tierschutz stellt das Washingtoner Artenschutzabkommen aus dem Jahr 1973 dar. Was genau ist das? Anfang des 20. Jahrhundert begann man endlich zu begreifen, dass das Aussterben bestimmter Tierarten durch den Handel mit Tieren und/oder ihren Erzeugnissen verursacht wird. Bereits 1933 unterzeichneten 9 Staaten im Londoner Artenschutzabkommen, hauptsächlich Großwildarten aus Afrika unter Schutz zu stellen. Neun klingt nicht viel, aber es beginnt immer im Kleinen. Ein weiterer wichtiger Schritt im Schutz und Erhalt von Tierarten war eine diesbezügliche Aussendung der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) an alle damaligen Mitgliedstaaten der UN im Jahr 1967. Dies trug schon wenige Jahre später Früchte.

Im Jahr 1973 fand auf Einladung der USA in Washington ein Zusammentreffen von nun schon 80 Staaten statt, bei dem das Thema „Artenschutz“ weiter vorangetrieben werden sollte. Am 3. März 1973 unterzeichneten die Mitgliedstaaten der UN das „Washingtoner Artenschutzabkommen“. Dieses trat ab 1975 in Kraft. Die ersten Ländern, die diesen Vertrag für verbindlich erklärten, waren die USA, Schweden, Tunesien, Nigeria und die Schweiz. Das Abkommen hat die Aufgabe den Handel und die Einfuhr von gefärdeten Tieren und Pflanzen zu regeln. Ja, richtig gelesen, auch Blumen und Bäume wurde unter Schutz gestellt. Abgekürzt heißt das Abkommen „CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora“. Mittlerweile haben mehr als 180 Staaten das Abkommen unterzeichnet und ratifiziert. Österreich stieß im Jahr 1982 dazu. Das jüngste Mitglied ist laut der offiziellen Website von CITES der Irak, der am 5. Februar 2014 eintrat.

Schauen wir uns einmal an, welche Vertreter aus Fauna und Flora sich auf der Liste des Artenschutzabkommens befinden. Laut CITES waren es im Oktober 2013 ca. 5.600 Tierarten und über 30.000 Pflanzen. In den drei Anhängen des Abkommens wird noch zwischen „unmittelbar bedrohten Arten“ (Appendix I), „schutzbedürftigen Arten“ (Appendix II) und „Arten mit besonderen Bestimmungen in einigen Ländern“ (Appendix III) unterschieden. Jeder der Anhänge führt genau auf, um welche Arten es sich handelt. Unter „unmittelbar bedrohte“ Arten fallen z.B. der Gorilla, der Asiatische Elefant, das Bergzebra oder der Australische Stupsfinnendelphin. Zu den „bedrohten“ Pflanzenarten zählen das Frühlingsadonisröschen oder die Kakteenart „Astrophytum caput-medusae„. „Schutzbedürftig“ dagegen sind der Mähnenwolf, das Chinesische Schuppentier oder das Goldene Löwenäffchen. Vertreter der Flora, die als „schutzbedürftigt“ gelten, sind die Orchideengattung „Vanda sanderiana“ oder der „Notocactus Haselbergii„.

Zum Glück für die Natur gibt es auf unserer Erde nicht nur Menschen, die Tiere bis zum Ausrottung jagen und sich nicht um das Aussterben von Pflanzenarten kümmern. Nein, viele setzen sich aktiv für den Schutz von Fauna und Flora ein. Das Washingtoner Artenschutzabkommen aus dem Jahr 1973 stellt mit Sicherheit einen Meilenstein im Tierschutz dar. Es ist eine gute Sache möglichst viele Arten vor dem Aussterben zu bewahren und in Zukunft sicherzustellen, dass nicht noch weitere Tiere und Pflanzen auf die CITES Liste kommen. Doch darauf alleine kann man sich nicht verlassen. Jeder von uns sollte sich überlegen, was er/sie als Einzelne für den Erhalt der Fauna und Flora direkt vor seiner Nase unternehmen könnte.

Vielleicht nimmt sich der eine oder die andere etwas Zeit sich die Liste von CITES genauer anzusehen. Beim nächsten Mal zeigt sich, dass die Menschen früherer Epochen auch gerne lachten.

„…denn alle Wesen teilen denselben Atem – das Tier, der Baum, der Mensch…“ (Häuptling Seattle)

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