Mythos am Mittwoch – Askr und Embla

In allen Kulturen findet man einen Mythos über die Erschaffung des Menschen. Im hohen Norden bei den Wikingern stellte man es sich folgendermaßen vor:

Die Asen (Götter) fand, dass die Zeit für die Erschaffung der Lebewesen gekommen war. Drei Götter machten sich auf, um die Menschen zu erschaffen. Das waren der Göttervater Odin, Hönir und Lödur. Als diese drei Götter einen Strand entlang gingen, sahen sie eine Esche und eine Ulme nebeneinander stehen. Die beiden Bäume hatten noch kein Schicksal oder Bestimmung. Also beschlossen Odin, Hönir und Lödur dies zu ändern und aus den beiden Pflanzen die ersten Menschen zu schaffen.

Odin hauchte den beiden Bäumen seinen Atem ein und siehe da, auch sie fingen an zu atmen. Hönir schenkte Askr und Embla die Gabe zu denken und zu träumen. Nachdem die beiden Bäume auf diese Weise das Leben, den Geist und die Seele empfangen hatten, trat Lödur vor. Sein Feuer fuhr durch Askr und Embla hindurch und Wärme durchströmte sie mit einem Mal. Auch ihre Gestalt änderte sich und wurde grob menschlich. Als letzte Gabe erhielten sie von Lödur ihre äußere Form, welche den Göttern nachempfunden ist. Askr war zum Mann geworden und Embla zur Frau. Gemeinsam wanderte sie als die ersten Menschen auf der Erde umher und staunten über die Schöpfung der Götter.

Briefmarke von den Färöerinseln mit der Erschaffung der Menschen. (Quelle: Wikicommons)

Briefmarke von den Färöerinseln mit der Erschaffung der Menschen. (Quelle: Wikicommons)

Wie so oft in der nordischen Mythologie ist es die ältere Edda (Lieder-Edda), die über die Erschaffung der Menschen berichtet. Die drei Götter beschenken die Menschen mit dem lebenswichtigen Atem (Odin), Geist und Seele (Hönir) sowie Körperwärme und einem Aussehen, das den Göttern nachempfunden ist (Lödur). Hönir wird auch der „schweigsame“ Ase genannt und seine Aufgabe innerhalb der Götter ist etwas unklar. Was Lödur betrifft, wird er von der Forschung entweder als Verwandter von Loki oder als Loki selbst interpretiert.

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