Griechenland

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A

Abdera: Name von zwei antiken Städten; 1. Griechische Stadt in Thrakien, gegründet 656 v. Chr.; 2. Stadt der Phoiniker; Funde von Münzen; später römisches „municipium“.

Achilleus: mythischer Held; hat eine Göttin als Mutter; verwundbare Stelle an der Ferse; kämpft auf Seiten der Griechen vor Troja; gilt als der beste Krieger der Griechen; als Hektor seinen besten Freund Patroklos tötet, schwört er Rache; besiegt Hektor im Zweikampf; tötet die Amazonenkönigin Penthesilea und König Memnon; der Gott Apollon schießt einen seiner Pfeile in die Ferse des Helden; stirbt an dieser Wunde.

Agiaden: eine der beiden spartanischen Königsfamilien; führten ihre Abstammung auf Herakles und seine Nachfahren Eurysthenes zurück; benannt nach dessen Nachkomme Agis I.; waren laut dem Bericht von Herodot das angesehenere der beiden Königshäuser; Bekannte Vertreter sind Kleomenes I., Leonidas I., Pleistoanax.

Alexander der Große: makedon. König und Eroberer; lebte von 356-323 v. Chr.; Sohn von Philippos II. und Olympias; berühmt durch seinen Feldzug gegen das persische Reich; erste Erfolge am Granikos und bei Issos; Gründung von Alexandrias in Ägypten; Besuch des Heiligtums des Zeus Ammon in der Oase Siwa, wo Alexander als Sohn des Gottes bestätigt wird; endgültiger Sieg über den persischen Großkönig Dareios III. bei Gaugamela 331 v. Chr.; Einzug in Babylon und Herrschaft Alexanders über das persische Reich; ab 327 v. Chr. Zug nach Indien; Sieg über König Poros; Umkehr des Heerzuges unter großen Verlusten; Tod Alexanders des Großen 323 v. Chr. in Babylon.

Alkmeoniden: eine der führenden Adelsfamilien in Attika im antiken Griechenland; Ahnherr ist Alkmeon (ein Urenkel des Helden Nestor); vor allem im 7. und 6. Jhdt. an der Innenpolitik in Athen beteiligt; der Alkmeionide Megakles ließ 636 (oder 632) v. Chr. die Anhänger von Kylon auf heiligem Boden töten und wurde dafür verbannt; Alkmeioniden wurden mit Blutschulde belastet, was noch über Jahre einzelne Familienmitglieder belastete.

Aphrodite: griech. Göttin der Liebe und Schönheit; entstand aus dem Samen des entmannten Himmelsgottes Uranos; entstieg dem Meer in Zypern; verheiratet mit dem Feuergott Hephaistos; betrog diesen mit dem Kriegsgott Ares und sterblichen Helden (Adonis, Anchises,…); hatte mit Ares eine Tochter namens Harmonia (Verbindung zwischen Liebe und Krieg schafft Harmonie); galt als Mutter des Helden Aeneas; oft begleitet vom Liebesgott Eros; versprach Prinz Paris die schönste Frau auf Erden als Gemahlin.

Apollon: Gott des Lichtes (Sonne), der Wahrsagung, der Künste, aber auch des Todes; Zwillingsbruder der Göttin Artemis (Mond); Attribute sind Sonne, Leier, Pfeil und Bogen und Lorbeer; berühmtes Orakel des Gottes in Delphi; eine Vielzahl von Liebschaften, allerdings wiesen den Gott auch einige davon zurück z.B. Kassandra, Daphne; konnte mit seinem Bogen tödliche Pfeile abschicken (siehe Ilias); war ein begnadeter Leierspieler (Wettstreit mit Marsyas).

Ares: griech. Gott des Krieges und der Schlacht; wird als männlich und attraktiv beschrieben; gerät leicht in Wut und liebt blutige Kämpfe; Liebschaft mit Aphrodite, wobei er auf sterbliche Konkurrenten sehr eifersüchtig reagierte; Vater von Daimos und Phobos (Furcht und Schrecken) sowie der Göttin Eris (Zwietracht); das Gericht am Areopag in Athen ist nach ihm benannt.

Aristophanes: griech. Komödiendichter; lebte von ca. 450-385 v. Chr.; stammte aus Athen; erste Aufführung eines seiner Stücke im Jahr 427 v. Chr.; ein Jahr später sein erstes politisches Stück „Die Babylonier“; ältestes erhaltene Stück ist „Die Archaner“ aus dem Jahr 425 v. Chr., gewann damit einen Preis; weitere Stücke sind „Die Ritter“, „Die Wespen“ oder „Die Vögel“.

Aristoteles: griech. Philosoph; lebte von 384-322 v. Chr.; sein Lehrer war der Philosoph Platon; viele Schriften verfasst und Disziplinen wie Logik, Ethik, Staatstheorie und Biologie beeinflusst; wurde der Erzieher und Lehrer von Alexander dem Großen und dessen Freunde; zog zweimal nach Athen; berühmt wurde unter anderem seine Abhandlungen über Rhetorik, Poetik oder Politik.

Athene: Göttin der Weisheit und des Krieges sowie Schutzgottheit der Stadt Athen; Tochter von Zeus und Metis; wurde aus dem Kopf von Zeus geboren; die antiken Griechen dachten sich Athene als ewige Jungfrau; Darstellungen von Athene mit Helm und Schild; zu ihrem Bereich gehörten auch Tätigkeiten aus dem weiblichen Bereich wie Weben; half einer Vielzahl von Helden bei ihren Abenteuern wie Herakles, Odysseus oder Bellerophon.

B

Bellerophon: Held der griechischen Mythologie; erschlug das Ungeheuer Chimära; Reiter des geflügelten Pferdes Pegasos; wollte bis auf den Olymp fliegen und stürzte dabei in die Tiefe.

C

Chimäre: mythologisches Ungeheuer; hat vorne den Kopf eines Löwe und den einer Ziege, statt einem Schwanz hatte sie eine Schlange; war eine Schwester von Kerberos; wurde von dem Helden Bellerophon getötet.

Chiron: Kentaur und Wesen der griechischen Mythologie; galt als einzig umgänglicher und gebildeter Kentaur; Lehrer und Erzieher des Achilleus; war in der Heilkunst bewandert.

D

Delphi: Stadt in Griechenland am Parnassgebirge; berühmt für das Orakel des Apollon; eine Priesterin (genannt Pythia) verkündete den Spruch des Gottes, welche dann von Priestern an die Fragenden weitergeleitet wurden; oftmals waren die Sprüche zweideutig; das Orakel von Delphi wurde häufig auch konsultiert, wenn es um bedeutende Projekte, wie z.B. Gründung einer Kolonie, Expansionsbestrebungen, handelte.

Diadochen: altgriech: „Nachfolger“; so wurden diejenigen Herrscher genannt, die das Reich Alexanders des Großen unter sich aufteilten und herrschten z.B. Ptolemaios I. in Ägypten; Antigonos I. in Griechenland; Seleukos I. in Mesopotamien; die Periode der Diadochen reicht vom Tod Alexanders des Großen bis zum Tod von Seleukos I. gerechnet, alle diese Herrscher gründeten Dynastien z.B. die Ptolemaier deren berühmteste Vertreterin Kleopatra VII. ist.

Diodor: antiker Autor; lebte im 1. Jh. v. Chr.; stammt aus Sizilien; verfasste eine Universalgeschichte in 40 Büchern; von der Entstehung der Welt bis zur Eroberung Britanniens im Jahr 54 v. Chr.; Buch 1-5 und 11-20 sind vollständig erhalten; Werk beginnt mit einer „Kulturentstehungslehre“.

Drakon: athen. Gesetzgeber; lebte von ca. 650 v. Chr. – ?; wurde Mitte der 620er Jahre mit der Kodifizierung des Rechts beauftragt; Neuerungen waren: die Übertragung der Strafgewalt an den Areopag und das Verbot der Blutrache.

E

Echidna: Wesen der griechischen Mythologie; Mutter zahlreicher Ungeheuer wie der Hydra, der Sphinx, der Chimäre, dem Hadeshund Kerberos oder dem Nemeiischen Löwen; Oberteil war ein schönes Mädchen, Unterteil eine riesige Schlange.

Ephoren: die fünf höchsten Beamten in Sparta; Amt war zeitlich befristet, aber jedem Spartiaten zugänglich; wachten über Recht und Ordnung; führten die Innen- und Außenpolitik und fungierten als Kontrollorgan der beiden Könige; wurden von der Versammlung aller wehrfähigen Spartiaten gewählt.

Eurypontiden: eine der beiden spartanischen Königsfamilien; führten ihre Abstammung auf Herakles und dessen Nachfahren Prokles; benannt nach dessen Nachkomme Eurypon oder Euryphon. Bekannte Vertreter sind Demaratos, Archidamos II., Agesilaos II.

H

Hektor: mythischer Held und Prinz von Troja; galt als der beste Kämpfer unter den Trojanern; nachdem er Patroklos erschlagen hatte, wurde er von Achilleus im Zweikampf getötet; seine Leichnam wurde von Achilleus geschändet und auf Bitten seines Vaters herausgegeben.

Hephaistion: make. Adeliger und engster Freund von Alexander dem Großen; lebte von ca. 360-324 v. Chr.; Erziehung zusammen mit Alexander; gehörte zu den Hetairoi (Gefährten) und war General in der Armee Alexanders; möglicherweise Liebesbeziehung zum Makedonenkönig; war auch Leibwächter von Alexander; starb an einer Krankheit; Alexander ließ Denkmal für ihn errichten und Staatstrauer anordnen.

Herakles (lat. Herkules): Halbgott aus der griechischen Mythologie; Sohn von Zeus und der Sterblichen Alkmene; berühmt für seine ungeheure Kraft; hilft bei der Schlacht des Götter gegen die Giganten; muss für König Eurystheus Aufgaben vollbringen, bekannt unter den „Taten des Herakles“ (u.a.Tötung des Nemeischen Löwen, Säuberung der Ställe des Augias, Gefangennahme des Unterwelthundes Kerberos,…); wird nach seinem Tod im Olymp aufgenommen und mit Hebe, der Göttin der ewigen Jugend vermählt; Stammvater zahlreicher Herrschergeschlechter.

Herodot: griech. Historiker; lebte von ca. 480-430 v. Chr.; stammte aus Halikarnassos in Kleinasien; wird als „Vater der Geschichtsschreibung“ bezeichnet; schrieb die Historien, ein Werk in 9 Büchern; schreibt über die Perserkriege, beginnt dabei beim myth. Konflikt zwischen den beiden Völkern, beschreibt dann alle teilnehmenden Völker und die Länder in denen sie leben; in Buch 5-9 kommt dann der eigentliche Krieg zur Sprache beginnend beim Ionischen Aufstand.

Homer: griech. Dichter; lebte im 8. oder 7. Jh. v. Chr.; stammte aus Kleinasien, möglicherweise aus der Stadt Smyrna; gilt als Verfasser der Ilias, dem großen Epos über Teile des Trojanischen Krieges (Vom Zorn des Achilleus bis zum Tode Hektors); meistens wird ihm auch das Epos „Odyssee“ zugeschrieben.

I

Ilias: Heldenepos; wird dem Dichter Homer (lebte im 8. Jhdt v. Chr.) zugeschrieben; ca. 16000 Hexameter in 24 Gesängen; berichtet von den Ereignissen aus dem Trojanischen Krieg, aber nur vom Zorn des Achilleus bis zum Tode Hektors (51 Tage im 10. Jahr).

Isthmische Spiele: wurden in der Nähe des Isthmos (Meerenge) von Korinth veranstaltet; eines der vier panhellenischen Spiele; fanden zu Ehren von Poseidon statt; vorwiegend sportliche Wettkämpfe, später auch musische Bewerbe; Sieger erhielt einen Kranz aus Fichtenzweigen.

K

Kerberos: lat. Zerberus; 3-köpfiger Hund, bewacht in der griechischen Mythologie den Eingang zur Unterwelt (Hades); musste von Herakles als letzte Aufgabe aus der Unterwelt geholt werden.

Kleitarchos: griech. Historiker; lebte im 4. Jh. v. Chr.; verfasste ein Werk über das Leben von Alexander dem Großen in mind. 12 Büchern; wirkt teilweise romanhaft; wird von Diodor als Quelle herangezogen.

Kleisthenes: att. Politiker und Reformer; lebte von ca. 570-507 v. Chr.; Streit zwischen den Adelsparteien von Athen nach Ende der Tyrannenherrschaft durch Reformen beendet; war Mitglied einer solchen Adelspartei (Familie der Alkmaioniden); Einteilung der Bevölkerung nach Landesteilen (Stadt, Küste, Binnenland) in „pyhlen“; Erhöhung der Ratsmitglieder auf 500; Begriffe wie isonomia (Gleichbehandlung vor dem Gesetz) und isegoria (gleiches Recht zur Rede) wurden leitend; Neuordnung des Heeres mit 10 Strategen an der Spitze; Einführung des Ostrakismos (Tonscherbengericht); Reformen werden von Gegner wie Isagoras boykottiert; Verfassung des Kleisthenes wird in den folgenden Jahrhunderten beibehalten.

Knossos: minoische Stadt auf Kreta in der Nähe der Hauptstadt Iraklion; berühmt für seinen Palast (Fläche 2 ha); gesamte Siedlung hatte eine Ausdehnung von ca. 1 km²; Entstehung des Palastes um 2000 v. Chr. (mittelminoische Phase), wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut; Knossos war auch noch in römischer Zeit bewohnt; Sir Arthur Evans gilt als der berühmteste Ausgräber von Knossos; aber schon im 16. Jhdt. vermuteten Gelehrte aus Venedig die Lage von Knossos in der Nähe des Ortes Makritichos; erste kleine Ausgrabungen durch den Griechen Minos Kalokairinos; viele der Gebäude sind von Evans rekonstruiert worden, was ihm auch Kritik einbrachte.

Kroisos: letzter König von Lydien (Kleinasien); galt laut antiker Quellen als reichster Herrscher seiner Zeit, in der heutigen Bezeichnung „Krösus“ für einen sehr reichen Menschen, lebt der Reichtum des Kroisos immer noch; Ausdehnung des Reiches über Kleinasien bis zum Fluss Halys; befragte das Orakel von Delphi über seinen Plan gegen das Perserreich in den Krieg zu ziehen, bekam Antwort: „Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören.“; Kroisos tat es und wurde von den Persern vernichtend geschlagen, somit zerstörte er sein eigenes Reich (Eroberung der lydischen Hauptstadt Sardeis 547 v.Chr.).

Kyme: Name zweier antiker Städte; 1. Stadt an der Ostküste der griechischen Insel Euboia; 2. älteste griechische Kolonie in Italien laut dem Historiographen Strabon; wird auch Cumae genannt.

L

Leonidas I.: spartanischer König aus der Familie der Agiaden; regierte von 490-480 v. Chr.; wurde berühmt durch die Schlacht bei den Thermopylen; dort hielt ein kleines Heer bestehend aus Spartanern und anderen griechischen Krieger unter der Führung von Leonidas die persische Übermacht in Schach; wurde während der Schlacht getötet; Rezeption von Leonidas und der Schlacht bei den Thermopylen in Literatur und Film.

M

Mallia: minoischer Palast auf Kreta 40 km von Iraklion entfernt; entstand in der mittelminoischen Phase (2000-1750 v. Chr.); wurde nach dem Ende dieser Phase nicht wieder besiedelt; in der Anlage befinden sich auch Wohnhäuser und Grabanlagen; berühmtester Fund ist der Bienenanhänger.

Megakles: att. Politiker; lebte im 5. Jhdt. v. Chr.; stammte aus der Familie der Alkmaioniden; einflussreicher Politiker und Gegner von Themistokles; Sieger beim Wagenrennen in Delphi 486 v. Chr.; wurde durch Ostrakismos verbannt.

Megara: griech. Polis auf der Landbrücke zwischen Mittelgriechenland und der peloponnesischen Halbinsel; Mutterstadt vieler griechischer Kolonien; Ende 7. Jhdt. v. Chr. Tyrannis des Theagenes; 461 v. Chr. Anschluss an Athen, wurde dann aber Mitglied im peloponnesischen Bund Spartas; Sperrung der attischen Märkte für Megara war einer der Anlässe für den Peloponnesischen Krieg.

Minos: sagenhafter König von Kreta; seine Gattin Pasiphae zeugte mit einem Stier den Minotauros (halb Stier, halb Mensch); hatte auch eine Tochter namens Ariadne, die später mit dem Helden Theseus floh; ließ das Labyrinth für den Sohn seiner Gattin bauen; unter König Minos soll Kreta das ägaische Meer beherrscht haben; machte im Mythos Athen tributpflichtig.

Musen: griechische Göttinnen der Künste; es gab neun von ihnen: Kalliope (Epik und Heldendichtung), Klio (Geschichtsschreibung), Melpomene (Tragödie), Euterpe (Flötenmusik), Erato (Gesang und Tanz), Terpsichore (Leierspiel), Urania (Astronomie), Thalia (Komödie) und Polyhymnia (Tanz und Pantomime); Töchter des Zeus und Mnemosyne.

N

Nemeaische Spiele: wurden in Nemea abgehalten; eines der vier panhellenischen Festspiele; wurden zu Ehren des Zeus gefeiert; hauptsächlich sportliche Wettkämpfe; laut den Quellen erhielt der Siegen einen Kranz aus Eppich, was entweder Efeu, Sellerie oder Petersilie sein könnte.

O

Ödipus: Held der griechischen Mythologie; wurde von seinen Eltern wegen eines Orakelspruchs ausgesetzt; tötete unabsichtlich seinen leiblichen Vater, den König von Theben; löste das Rätsel der Sphinx und erhielt durch diese Tat die Hand seiner Mutter; daher kommt Begriff „Ödipuskomplex“; als er die Wahrheit über den Inzest erfuhr, blendete er sich selbst und ging ins Exil.

Olympias: Prinzessin aus Epirus; lebte von 375-316 v. Chr.; Mutter von Alexander dem Großen.

Olympos: Bergmassiv in Nordostgriechenland; besteht aus mehreren Gipfeln; galt in der Antike als Sitz der Götter; es gab 12 olympische Götter und Göttinnen.

Onesikritos: Autor und Teilnehmer am Alexanderfeldzug; lebte im 4 Jh. v. Chr.; war Steuermann auf dem königlichen Schiff; schrieb nach dem Tod von Alexander ein Werk über diesen; Verbindung zwischen Biographie und Historie.

P

Pasiphae: Frau des mythischen Königs Minos von Kreta; verliebte sich in den von Poseidon gesandten Stier, den ihr Gatte eigentlich hätte opfern sollen; stieg in eine Kuhattrappe um mit dem Stier Geschlechtsverkehr zu haben; wurde schwanger und gebar den stierköpfigen Minotauros.

Peisistratos: Tyrann von Athen; lebte von ca. 600-528 v. Chr.; nach Solons Tod wieder soziale Spannungen; Peisistratos versucht 2x erfolglos die Herrschaft in Athen zu ergreifen; besetzt um 560 die Akropolis und errichtet Tyrannis; Bündnisse mit anderen Alleinherrschern in Griechenland; Förderung der Kleinbauern; Prägung von Münzen und erste schwarzfigurige Keramik; zahlreiche Bauten wie Wasserleitung; Schaffung neuer Festlichkeiten zu Ehren der Stadtgöttin Athene.

Perseus: Held der griechischen Mythologie; Sohn des Zeus und einer Sterblichen; machte sich auf um gegen Medusa zu kämpfen; erhielt geflügelte Schuhe und einen unsichtbarmachenden Helm; tötete Medusa; befreite Prinzessin Andromeda und versteinerte mit Medusas Kopf das große Meeresungeheuer.

Philipp II. Monophtalmos: König von Makedonien; lebte von 382-336 v. Chr.; Vater von Alexander dem Großen; hatte viele Kinder mit mehreren Frauen; Kämpfe gegen die Stämme der Illyrer und Thraker; unter ihm erstarkte Makedonien zur Vormacht; Sieg über Athen und Theben in der Schlacht von Chaironeia; rief den Korinthischen Bund ins Leben, dem er als Hegemon vorstand; siegte in …; starb bei einem Attentat.

Ph(e)idias: griech. Bildhauer und Künstler; lebte im 5. Jh. v. Chr.; stammte aus Athen; berühmteste Werke sind die Statue des Zeus in Olympia und die Statue der Athene in Athen; wurde 432/1 v. Chr. wegen Veruntreuung von Gold angeklagt und ist wahrscheinlich im Gefängnis gestorben.

Plutarch von Chaironeia: griech. Schriftsteller und Biograph; lebte von 45-ca 120 n. Chr.; Verfasser der berühmten Parallelbiographien bekannter Männer (es werden immer ein Grieche und ein Römer miteinander verglichen z.B. Alexander und Caesar) sowie einiger Kaiserbiographien; des Weiteren hat er das Werk „Moralia“ geschrieben; war als Priester in Delphi tätig.

Polybios: griechischer Geschichtsschreiber; lebte von ca. 200 bis 120 v. Chr.; stammte aus dem griechischen Megalopolis; schreibt 40 Bücher Universalgeschichte über Rom; der Umfang des Werkes reicht vom Beginn des 1. Punischen Krieges bis zur Zerstörung Karthargos.

Priamos: mythischer König der Stadt Troja; Vater von vielen Kindern darunter Hektor, Paris oder Kassandra; bat Achilleus um die Leiche seines Sohnes Hektor; wurde nach der Eroberung von Troja von Neoptolemos, dem Sohn des Achilleus getötet.

Ptolemaios II: ptolem. (ägypt.) Herrscher; regierte von 283-246 v. Chr.; Sohn von Ptolemaios I. dem Gefährten von Alexander des Großen; Beiname „Philadelphos“; festigte das Ptolemaierreich nach außen gegen die Seleukiden; gründete den Herrscherkults; Förderer von Wissenschaft und Kultur; heiratete seine Schwester nach Tradition der Pharaonen.

Pythische Spiele: wurden in Delphi feiert; diese Spiele waren dem Gott Apollon geweiht, der die Pythonschlangen erschlagen hatte; eines der vier panhellenischen Festspiele; Sieger erhielt einen Lorbeerkranz; hier standen auch die musischen Wettkämpfe im Mittelpunkt; die sportlichen Wettkämpfe kamen später hinzu.

S

Solon: att. Politiker und Reformer; lebte von ca. 640 – ca. 540 v. Chr.; wurde im Jahr 594 v. Chr. zum Vermittler (aisymnetes) zwischen den sozialen Schichten gewählt; Reformen beinhalteten: Bevölkerung wird nach Vermögen eingeteilt; Einführung eines Rates (boule) und des Volksgericht (heliaia); allgemeine Schuldtilgung und Entfernung der Hypothekensteine auf Grundstücken; Verbot von Getreideexport und zusätzlicher Import; Anreize für Gewerbetreibende werden geschaffen; Reformen bringen nur kurzfristig eine Besserung, nur Wirtschaft wird stabiler; Solon gehört zu den 7 Weisen Griechenlands

Sparta: antiker griechischer Stadtstaat auf der Peloponnes; Expansion ab dem 8. Jahrhundert v. Chr.; hatten Anteil an dem Sieg der griechischen Stadtstaaten über die Perser (Beginn 5. Jahrhundert v. Chr.) –> König Leonidas hielt mit seinen Spartanern und anderen Griechen die Perser bei den Thermopylen auf, Schlacht endete aber in einer Niederlage für die Griechen; besiegte seinen großen Kontrahenten Athen im Peloponnesischen Krieg; kurze Zeit der Vormachtstellung (404 – 371 v. Chr.); Niedergang von Sparta; ab 146 v. Chr. Teil der römischen Provinz Achaia

Strabon: griech. Historiker und Geograph; lebte von 64 v. Chr. – ca 23 n. Chr.; stammte aus Amaseia; verfasste ein geschichtliches Werk, das an jenes von Polybios anschließen sollte sowie die „Geographika“; ersteres enthält die griechische Geschichte in 4 Büchern sowie die römische Geschichte in 39 (oder 43) Büchern; zweiteres besteht aus 17 Büchern und beschreibt die geographischen Besonderheiten der damals bekannten Welt.

T

Themistokles: att. Politiker und Feldherr; lebte von ca. 525-459 v. Chr.; stammte aus Adelsgeschlecht, aber weil Mutter eine „Fremde“ war, hatte er nicht die vollen Rechte; wollte Athen zu einer Seemacht ausbauen, da eine Invasion der Perser drohte; siegte als Feldherr in der Seeschlacht von Salamis gegen die persische Flotte; wurde aber verbannt, da Athen zuvor durch die Perser zerstört worden war; floh nach Persien und wurde dort zum Satrap (Provinzstatthalter) eingesetzt; laut dem antiken Autor Thukydides soll er sich das Leben genommen haben, weil ihm der Oberbefehl über ein Heer zur Invasion in Griechenland 461 v. Chr. angeboten wurde.

Theseus: Held der griechischen Mythologie; unehelicher Sohn des Königs von Attika (Gebiet um Athen); viele Heldentaten schon in jungen Jahren; tötete den Minotauros im Labyrinth von Kreta; ging mit Herakles in die Unterwelt auf Brautschau; entführte die junge Helena.

Thukydides: antiker Historiker aus Athen; lebte von ca. 455-400 v.Chr.; verfasste eine Geschichte über den Peloponnesischen Krieg bis zum Jahr 411/10 v. Chr.; dieses Werk wurde nahtlos von dem Historiker Xenophon fortgesetzt; Thukydides ist ein Vertreter der pragmatischen Geschichtsschreibung und er verfasst sie seinen eigenen Worten nach für politische Tätige und Staatsmänner, damit diese aus den begangenen Fehlern lernen können; berühmt ist sein „Methodenkapitel“.

Typhon: Wesen in der griechischen Mythologie; Sohn der Gaia (Erde); Vater von vielen Ungeheuern gemeinsam mit Echidna; als Riese oder Drache dargestellt; wurde von Zeus nach hartem Kampf im Vulkan Ätna begraben.

Z

Zeus: oberster griechischer Gott; Herrscher des Himmels sowie über das Wetter, Hüter des Rechts, Schutzherr des Hauses; entscheidet im Kampf über Sieg oder Niederlage; verheiratet mit seiner Schwester Hera; gemeinsame Kinder: Ares, Hephaistos, Hebe; hatte aber Affären und Kinder mit anderen Göttinnen und sterblichen Frauen; sein Symbol war der Donnerkeil und sein Tier der Adler; seine wichtigsten Kultstätten waren in Olympia und Dodona (Orakel).

Zosimos: griech. Historiker der Spätantike; lebte um 500 n. Chr.; Verfasser einer römischen Geschichte in 5 Büchern; war anti-christlich eingestellt, dennoch eine bedeutende Quelle für die Spätantike.