Mesopotamien und Naher Osten

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A

An: sumer. Himmelsgott; bei den Akkadern wird er Anum genannt; oberster Gott und galt ursprünglich als Himmel selbst; Hauptkultort ist Uruk; enge Verbindung zu Inanna (Ištar); in der Mythologie eine eher passive Rolle.

B

Baal: antike Gottheit im Nahen Osten; bei zahlreichen Völkern bekannt und trägt viele Namen (Bēl oder Bēlu(m) bei den Akkadern, Ba‘lu(m) in Ugarit oder bei den Phoiniziern); Wort bedeutet „Herr“, „König“ oder einfach „Gott“; meistens eine Wetter- oder Fruchtbarkeitsgott; in Bibel wird Kult des Baal erwähnt; die Bezeichnung „Beelzebub“ für den Teufel im Neuen Testament kommt von dem Namen „Baal“.

Babylon: Hauptstadt des babylonischen Reiches; in sumerischer Zeit politisch unbedeutend; Aufstieg unter König Hammurapi; Ende der Blütezeit der Stadt kam als die Perser das Reich eroberten; Alexander der Große machte Babylon zu seiner Residenzstadt und starb auch dort; während der Periode der Diadochen wurde Babylon wieder unbedeutender.

Berossos: Priester und Autor; lebte im 3. Jh. v. Chr.; stammte aus Babylon; verfasste das Werk „Babyloniaka“; Geschichte der Stadt von der Frühzeit bis zum Tod Alexanders des Großen; nicht vollständig erhalten, aber von Autor Flavius Josephus zitiert.

D

Dareios III.: persischer Großkönig (336-330 v. Chr.); aus der Familie der Achaimeniden; kam nach der Ermordung von Artaxerxes III. auf den Thron; übernahm nach dem Tod seines Feldherrn Memnon selbst den Oberbefehl über die Armee gegen Alexander; floh nach der Niederlage bei Gaugamela; wurde von verraten und ermordet; Alexander ließ ihn ehrenvoll bestatten.

David: König von Israel und Juda; regierte von ca. 1008-968 v. Chr.; herrschte von 1008-1001 v. Chr. über Juda; in Hebron zum König gesalbt; Kampf gegen das Volk der Philister; kann durch zahlreiche Eroberungen und Siege ein Großreich gründen; dann wurde er zusätzlich König von Israel bis ca. 968 v. Chr.; berühmt als Bezwinger des Riesen Goliath.

E

Enki: sumer. Gott des Wassers; zu seinen Bereichen zählten auch Fruchtbarkeit, Weisheit und Kreativität; wird mit Süßwasser in Verbindung gebracht; die Meeresgöttin (Salzwasser) gilt als seine Mutter; wichtige Rolle im Mythos z.B. „Enki und die Weltordnung“; erfindet die Bewässerungssysteme; rettet die Menschen vor dem Zorn des Gottes Enlil (Sintflut); bei den Akkadern lautete Enkis Name „Ea“.

Enlil: oberster Gott der Sumerer und Schöpfergottheit bei den Sumerern; trennte Himmel und Erde voneinander; hatte viele Kinder von Göttinnen wie den Ackerbaugott Ninurta, den Mondgott Nanna sowie die Bewässerungsgottheit Enbilulu; Herrschaft Enlils wird des öfteren bedroht z.B. durch den Anzu-Vogel; vernichtet die Menschheit mit einer Sintflut, weil sie ihm zu laut sind; Zentrum der Verehrung Enlils war in der Stadt Nippur.

Ereškigal: sumer. Göttin der Unterwelt; Name bedeutet „Herrin Großer Erde“; herrscht mit ihrem Gemahl Nergal (Gott der Kriege und Seuchen) über die Unterwelt; kommt in vielen Mythen vor z.B. Inannas Gang in die Unterwelt.

G

Gilgamesch (oder auch Gilgameš): myth. König der sumerischen Stadt Uruk; das Gilgamesch gelebt hat, wird in der Forschung nicht ganz ausgeschlossen; sein Leben und seine Taten sind im Gilgamesch-Epos niedergeschrieben wie z.B. der Kampf gegen den Himmelsstier; sum. Sintflutmythos kommt auch im Epos vor.

Granikos: Fluss in Kleinasien; Quelle im Hochland von Troas und mündet ins Schwarze Meer; manchen Forscher zufolge befindet sich der Ort der Schlacht zwischen Alexander dem Großen und den Persern nur 10 km von der Mündung entfernt.

H

Hammurabi I.: babylon. König; lebte von 1729-1686 v. Chr.; aktive Außenpolitk und diplomatische Beziehungen zu anderen Staaten; vergrößert das Staatsgebiet des babylon. Reiches; berühmt für den Codex Hammurabi.

Harappa: eines der städtischen Zentren der Induskultur; liegt im Nordosten Pakistans an Lauf des Indus; um 2.600 v. Chr. zur Stadt ausgebaut; ebenso rechtwinkeliges Straßensystem, Wasserleitungen und Gebäude wie Mohenjo Daro; wurde 1921 wieder entdeckt und archäologisch untersucht.

J

Jakobus (der Ältere): einer der 12 Apostel Jesu; gest. 44 n. Chr.; hatte laut Stellen aus dem Neuen Testament Anteil an wichtigen Episoden im Leben Jesu (Berg der Verklärung, Garten Getsemani); Tod durch Enthauptung; Legendenbildung über die Reise seiner Gebeine nach Spanien; berühmtester Wallfahrtsort: Santiago de Compostela; kath. und evang. Gedenktag ist der 25. Juli (Jakobstag); Patron der Spanier, Pilger, Apotheker, Krieger, Hutmacher; Symbole sind Jakobsmuschel sowie Pilgerstab und -hut, aber auch Schwert.

Jesus von Nazareth: jüd. Wanderprediger und der im Christentum als Jesus Christus verehrter Sohn Gottes und Messias; stammte aus dem Haus Davids, wuchs in Nazareth auf; ließ sich von Johannes dem Täufer taufen; einige Schauplätze seiner Wanderungen von großer Bedeutung (See Genezareth, Jerusalem); typische Züge seiner Tätigkeit waren öffentliche Predigten (z.B. Nächstenliebe), Umgang mit Randgruppen, Streitgespräche, Gleichnisse sowie Heilungen; hatte Anhänger, wobei ein Teil davon als engere Vertraute bezeichnet werden können (z.B. Petrus); seine Gegner waren die Pharisäer und Schriftgelehrten; Maßnahmen gegen Jesus durch diese Gruppen in Jerusalem; Gefangennahme und Prozess; Verurteilung durch Statthalter Pontius Pilatus zum Tod durch Kreuzigung.

K

Kyros II.: persischer Großkönig, auch „der Große“ genannt; lebte im 6. Jh. v. Chr.; Begründer des persischen Weltreiches; Eroberung von Medien; 547 Eroberung von Sardis und Gefangennahme des wohlhabenden Königs Kroisos (Krösus); Eroberung von Babylonien und damit Rückkehr der Juden aus der „babylonischen Gefangenschaft“; hatte Titel „König der Länder“; sein Sohn Kambyses folgte ihm auf den Thron.

M

Mesopotamien: Wort stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Zwischenstromland“ (wird fälschlich oft als „Zweistromland“ bezeichnet); Region zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris; zahlreiche Reiche und Kulturen lösten sich in antiker Zeit in diesem Gebiet ab z.B. Sumerer, Babylonier, Assyrer, Perser,…

Mose: Prophet und Anführer der Israeliten im Alten Testament; wurde in Ägypten geboren und ausgesetzt; die Tochter des Pharao fand ihn in einem Weidenkörbchen im Fluss und zog ihn auf; weil er einen Ägypter erschlagen hatte, musste er fliehen; Gott erschien ihm als brennender Dornbusch und trug ihm auf, die Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft zu befreien; durch Mose sandte Gott Plagen über die Ägypter und der Pharao ließ die Israeliten ziehen; Auszug ins Gelobte Land; Mose bestieg den Berg Sinai und erhielt von Gott die 10 Gebote.

N

Nanna: sumer. Gott des Mondes; Vater von Inanna/Ištar (Venusstern) und Utu/Šamaš (Sonne); Sterne waren in der damaligen Vorstellung einer vom Mondgott gehütete Rinderherde; Mond galt als Stier oder als Boot; Bezug zu Schwangerschaft und Geburt; Hauptkultort ist die Stadt Ur; bei den Akkadern wird er „Sin“ genannt.

Nebukadnezar II.: König von Babylonien; herrschte von 607-562 v. Chr.; eroberte Syrien und Palästina von den Ägyptern; nach der 2. Eroberung von Jerusalem im Jahr 587 v. Chr. wurde unter ihm die Oberschicht der Juden nach Babylon gebracht (Babylonische Gefangenschaft); intensive Baupolitik, vor allem Ausbau von Babylon; zahlreiche Adaptionen seiner Gestalt in der Kunst wie in der Oper von Guiseppe Verdi „Nabucco“.

P

Petra: Hauptstadt des antiken Reichs der Nabatäer; liegt zwischen dem Toten Meer und dem Golf von Aqaba; liegt im Schutz des gewaltigen Felsmassives und war eine Handelsstadt; verlor an Bedeutung als die Perser den Karawanenhandel über Palmyra statt über Petra gehen ließen; berühmt ist vorallem die Fassade sowie die Felsengräber; weist neben nabatäischen Elementen auch hellenistische und römische Baustile auf; Förderung der Stadt durch Kaiser Hadrian nach seinem Besuch 131 n. Chr.

S

Salomo: König von Israel; regierte von ca. 966-926 v. Chr.; Sohn von König David; führte nur wenige Kriege und war berühmt für seine Weisheit; unter seiner Herrschaft verliert man die aramäischen Provinzen; rege Handelsbeziehungen mit Arabien; Bautätigkeit in Jerusalem; errichtete einen zentralistischen Staat mit Frondienst und Steuern; Einteilung des Landes in 12 Provinzen; nach seinem Tod zerfällt das Reich in die zwei Teile Israel und Juda.

Saul: erster König der Stämme Israels; gesalbt um 1010 v. Chr.; stammte aus dem Haus Benjamin; führte Kriege mit den Amalekitern und Philistern; eifersüchtig auf David, der sein Nachfolger wurde; tötete sich nach einer Niederlage in der Schlacht selbst mit seinem Schwert.

Sammu-ramat: assy. Königin; lebte im 9. Jh. v. Chr.; besser bekannt unter dem Namen „Semiramis“; ihr wird in manchen Quellen der Bau der babylonischen Mauern zugeschrieben und ihr Name wird mit den Hängenden Gärten in Verbindung gebracht.

Schamschi-Adad V.: assyr. König; regierte von 823-810 v. Chr.; Gatte der Semiramis; starb früh und Sohn Adad-nirari III. folgt ihm.

U

Ur: Stadt der Sumerer im heutigen Südirak; ab dem 5. Jt. v. Chr. erste Besiedlung des Gebiets; Hochkultur um 3000 v. Chr.; Lage am Fluss Euphrat war ideal für die Wirtschaft von Ur; berühmt sind die 16 Schachtgräber von Ur; zw. 2047-1939 v. Chr. war Ur das Zentrum des neusumerischen Staates; Niedergang von Ur durch Einfall der Elamier und westsemitischen Stämme; danach nur noch wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung (Zentrum des Kultes um den Mondgott Nanna) der Stadt; erste Ausgrabungen durch J.E. Taylor im Jahr 1854.